rankgitter selbstgemacht!

Unsere Terrasse, die im letzten Jahr entstand, war noch ein wenig trist, deshalb musste etwas Grünes her! Schön, aber nützlich sollte es sein, am besten etwas zum aufessen! 🙂

Ein paar zusätzliche Randbedingungen mussten erfüllt werden:
Lebensfähig im Kübel und in halbschattiger bis schattiger Lage, etwas höher wachsend oder auch rankend und es sollte noch Mitte Juni gesät oder gepflanzt werden können. Gar nicht so einfach.

Da kam es genau richtig, dass ich beim Gartenbloggertreffen im Freilichtmuseum am Kiekeberg diverse Samen und Jungpflanzen geschenkt bekam. Darunter waren Samen von alten Sorten wie Dicke Bohne Lüneburger, Braunkohl und der Stangenbohne „Hamburg“ (der richtige Name ist unbekannt). Auch je zwei Pflänzchen Kohlrabi und Braunkohl durfte ich mitnehmen!

Dicke Bohnen können leider nur im zeitigen Frühjahr ausgesät werden und Braunkohl hatte ich schon genug vorgezogen. Aber nach einer kurzen Recherche war klar, dass ich die Stangenbohnen noch bis Ende Juni aussäen kann und sie – genau wie Grün- oder Braunkohl – auch in halbschattiger bis schattiger Lage gedeihen. Beides dekorativ und perfekt für die Verschönerung der Terrasse!

 

 

 

Tontöpfe und eine Zinkwanne sollen die Pflanzen für diesen Sommer beherbergen. Die Zinkwanne hat Bohrungen im Boden für die Entwässerung. Auf dem Wannenboden ist eine ca. 5 cm dicke Kiesschicht als Drainage, die mit einem Vlies von der Erde getrennt ist.
Eine Ostfriesische Palme und ein Braunkohl haben die beiden Tontöpfe bezogen.

Jetzt brauchte ich nur noch ein schickes und schnell gemachtes Rankgitter für die empor schlingenden Bohnen!

 

 

 

Das Rankgitter besteht aus Bambusstäben, die über Bindegarn miteinander verbunden werden.

Dafür habe ich 4 kräftige (etwa daumendicke) Bambusstäbe in regelmäßigem Abstand auf eine Seite der Zinkwanne bis auf den Wannenboden komplett in die Erde gesteckt. Die zwei äußeren Stäbe habe ich von der Spitze zu den beiden Griffen der Wanne erst einmal locker abgespannt (s.u. Bild 1).
Ich hatte Glück und habe tolle Bambusstäbe von den Nachbarn geschenkt bekommen.

Nun beginne ich, die Stäbe mit Bindegarn (Sisal oder Jute) rautenförmig miteinander zu verbinden. Dabei das Band möglichst lang durchlaufen lassen, um zu viele Knoten zu vermeiden (s. Bild 2).

So mit jedem Band weiter machen, bis das Netz komplett ist (Bild 3 + 4).

 

 

Bei jeder Kreuzung der Bänder mit den Stäben, wird das Band mit einer Schlaufe um den Stab gewickelt. Durch die Überkreuzung der Bänder verrutscht das Netz nicht. Der Knoten im Kreuzungspunkt wird nachfolgend erklärt:

 

 

Bild 1
Kreuzt das Band den Stab, wird es einmal um den Stab gewickelt. Auf gleiche Weise wird das Band jedes Mal, wenn es auf seinem Zickzack-Weg einen Stab kreuzt, um ihn herum gewickelt.

Bild 2
Sobald sich die Bänder aus zwei Richtungen kreuzen, entsteht der Knoten, der nicht so leicht verrutschen kann.

Bild 3
Der fertige Knoten.

 

 

 

Anschließend werden die seitlichen Seile noch einmal nachgespannt, so bekommt das ganze seine Stabilität.

Wenn ihr nicht die Möglichkeit habt, die Stäbe seitlich abzuspannen, könnt ihr auch am oberen Ende einen Querstab befestigen. So verhindert ihr, dass die Stäbe durch den Zug der Bänder zusammengezogen werden.

 

 

 

 

Inzwischen fühlen sich die Bohnen und der Grünkohl sehr wohl auf der Terrasse. Ab und zu werden sie mit Brennesseljauche gegossen, damit sie auch etwas zum ernten abwerfen! 😉

Übrigens: Wusstet ihr, dass Stangenbohnen sich immer gegen den Uhrzeigersinn in die Höhe winden? Beobachtet das mal!

 

 

18 Comments

  • Susanne und Hans 11. November 2017 at 13:54

    Hallo Marie,
    ich habe mit Begeisterung deinen Post über das Rankgerüst gelesen. Ich will nächstes Jahr etwas Ähnliches für meine Herbsthimbeeren basteln.Die Äste habe ich schon geschnitten. Bei mir muss das Rankgerüst lediglich waagrecht angebracht werden, damit die Herbsthimbeeren Halt finden. Wir sind erst seit September mit dem Gartenblog dabei. Wenn du Lust hast, kannst ja mal vorbeischauen. Wir würden uns freuen.
    Schönen Tag noch
    Susanne und Hans

    Reply
    • Frau Meise 11. November 2017 at 20:57

      Liebe Susanne und lieber Hans,
      Ich freue mich sehr dass das Rankgitter etwas modifiziert auch für eure Herbsthimbeeren passt! Oh ja, ich komme gleich mal zu euch auf euren Blog rüber! 🙂
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Marie

      Reply
  • Gabi 17. August 2017 at 16:25

    Liebe Fraumeise,
    Ich freue mich diesen Blog aus dem Norden gefunden zu haben. Es war dieses Jahr ziemlich frustrierend die Blogger und youtube aus dem Süden über Hitze und Trockenheit stöhnen zu hören!
    Gabi aus fast Hamburg

    Reply
    • Frau Meise 17. August 2017 at 14:29

      Liebe Gabi, wie schön! Und ich freue mich auch, dass du meinen Blog gefunden hast! 🙂
      Ja, es ist momentan irgendwie nicht richtig Sommer… hoffentlich bekommen wir einen schönen Herbst!
      Liebe Grüße nach fast Hamburg! 🙂

      Reply
  • Kirsten Himmel 8. August 2017 at 19:57

    Liebe Marie,
    wieder so eine super Idee. Aber ohne deine praktische Hilfe würde ich das Rankgitter wohl nicht zustande bringen. Obwohl deine Anleitung wirklich gut beschrieben ist. Meine Bohnen – die eigentlich Buschbohnen sein sollten – ranken an dicken Haselnussästen, die ich ins Beet gesteckt habe. Wenigstens sind sie so für die grässlichen Nacktschnecken weniger gut zu erreichen.
    Unbedingt muss ich dir berichten, dass die Ernte der Kartoffeln reichhaltig ausgefallen ist! Allen Widrigkeiten (viel Schatten und Regen, kein gut vorbereitetes Beet und die oben erwähnte Plage) zum Trotz! Vielen Dank für diese widerstandsfähigen Sorten – woher hattest du sie? Sie schmecken vorzüglich!

    Liebe Grüße!
    Kirsten

    Reply
    • Frau Meise 9. August 2017 at 9:37

      Oh wie schön! Das freut mich! 🙂
      Mir haben die Kartoffeln auch sehr sehr gut geschmeckt!
      Wir machen das Rankgitter mal zusammen! 🙂
      Liebste Grüße und bis ganz bald,
      Marie

      Reply
  • Kathleen 3. August 2017 at 20:23

    Eure Terrasse sieht wunderschön aus! Das Rankgitter ist eine tolle Idee, die ich mir für’s nächste Jahr merken sollte, wenn wir noch mehr Erbsen anbauen wollen.
    Schade, dass es bei uns nicht mit dem Gartenbloggertreffen am Kiekeberg geklappt hat. Scheinbar hätte es sicht gelohnt 🙂
    Liebe Grüße
    Kathleen

    Reply
    • Frau Meise 3. August 2017 at 19:37

      Liebe Kathleen,
      Oh wie toll, freut mich dass das Rankgitter zu euch passt!
      Ja schade, dass wir uns nicht gesehen haben beim Gartenbloggertreffen. Aber sehen wir uns nächste Woche?
      Lieben Gruß aus der „Nachbarschaft“ 🙂

      Reply
  • Garten Fräulein 1. August 2017 at 13:54

    Liebe Marie,

    ich glaube ich werde mich nie an deiner wunderschöne Laube satt sehe. Deine Pflanzen sehen allesamt so gesund und knackig aus! Echt toll, wie du das machst

    Reply
    • Frau Meise 1. August 2017 at 14:40

      Ach Silvi, du bist ja lieb! 😊 Danke dir! Ich freue mich schon dich ganz bald wieder zu sehen!

      Einen lieben Gruß aus Hamburg! 😘

      Reply
  • Hauptstadtgarten 28. Juli 2017 at 13:33

    Liebe Marie,
    das sieht ja super aus! Ich benutze auch sehr gerne diese Bambusstangen und binde Sie mit Bast längs und quer zusammen. Zu einem Stangengitter sozusagen. Deine Methode mit den Schnüren ist natürlich deutlich filigraner – man sieht, dass Du Ahnung von Statik hast 😉 Sehr hübsch, wirklich!
    Liebe Grüße aus Berlin,
    Caro

    Reply
    • Frau Meise 28. Juli 2017 at 13:41

      Liebe Caro,
      das freut mich aber sehr! Danke dir!
      Das Stangengitter aus Bambus finde ich auch toll – vielleicht probiere ich es mal im Gemüsegarten! 🙂
      Schöne Grüße aus Hamburg,
      Marie

      Reply
  • Björn 26. Juli 2017 at 9:52

    Hi Marie,
    ich habe meine Stangenbohne vom Bloggertreffen neben der Sandkiste eingepflanzt. Zum Ranken habe ich ebenfalls Bambusstäbe verwendet. Auch ein paar Stangen für das „Dach“ habe ich verbaut. In der Theorie sollte das ein essbarer Schattenspender werden.
    Allerdings habe ich die Stangen nicht dicht geung aneinander gesetzt und auch kein weiteres Rankgitter gebaut…
    Und genau da kommst Du ins Spiel 🙂 … nächstes Jahr werde ich das genau so bauen. Danke!

    Beste Grüße
    Björn

    Reply
    • fraumeise 26. Juli 2017 at 11:49

      Hi Björn,
      das passt ja perfekt! 🙂
      Blühen deine Stangenbohnen auch schon? Ich glaube meine Ernte wird nicht wahnsinnig groß ausfallen, wegen der schattigen Lage. Aber es sollte ja auch in erster Linie schön aussehen! 😉
      LG, Marie

      Reply
      • Björn 28. Juli 2017 at 10:32

        Hi Marie,
        meine sind sehr unterschiedlich hoch gewachsen bisher. Eine ist schon ordentlich am blühen, andere fangen gerade erst an. Ist schon witzig, weil die ja nicht weit voneinander entfernt stehen und dort auch nicht mehr Schatten ist.
        LG
        Björn

        Reply
        • Frau Meise 28. Juli 2017 at 12:17

          Oh, da bin ich gespannt!
          Wir sehen uns bald!
          LG, Marie

          Reply
  • Viki 26. Juli 2017 at 9:19

    Oh das ist aber wirklich sehr schön geworden. Auch wenn mich ja so Knüpfsachen immer an den Rande des Nervenzusammenbruchs treiben.
    DIe Idee die Terasse mit was Essbarem zu bepflanzen ist super- ich hab es diese Jahr nicht geschafft- nächstest dann wieder.
    Wünsche dir eine reiche Ernte.
    Liebe Grüße
    Viki

    Reply
    • fraumeise 26. Juli 2017 at 11:47

      Tausend Dank liebe Viki! Ja, ich bin sehr gespannt, wie die Ernte ausfallen wird!
      Viele liebe Grüße aus Hamburg!
      Marie

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