wasser für’s gemüse

Die Sommermonate sind ja normalerweise niederschlagsärmer als wir es momentan in Hamburg erleben. Wenn das Wetter im Sommer nicht ganz so verrückt spielt und die Sonne öfter scheint, freuen wir uns über unser automatisches und pumpenloses Bewässerungssystem des Gemüse- und Tomatenbeets mit gesammeltem Regenwasser.  So haben wir keine Arbeit mehr mit dem Gießen und das Regenwasser als wertvolle Ressource wird genutzt.

Unser Bewässerungssystem ist dem Erfindungsgeist von Herrn Meise zu verdanken, deshalb habe ich ihn gebeten den folgenden Beitrag zu schreiben.

 

Wasser für's Gemüse_04

 

Die Bewässerung des Gemüsebeetes

Mit der Anlage des Gemüsebeetes stellte sich für mich ziemlich bald die Frage nach der Bewässerung.

Es ist ja auch mal schön, mit der Gießkanne das per Schwengelpumpe zu Tage beförderte Wasser jedem einzelnen Pflänzchen zukommen zu lassen, allerdings ist diese Art der Bewässerung relativ zeitintensiv und vor allem eben nur so zuverlässig wie der Wasserträger…

Nach überschlägigen Berechnungen war klar, dass hier in Hamburg auf den Dachflächen unserer Laube und unseres Schuppens auch in den niederschlagsarmen Monaten wie z.B. April und Mai meistens ausreichend Wasser anfallen würde um die Beetfläche im Freiland und die überdachten Tomaten zu bewässern.

 

Wasser für's Gemüse_05Das Regenwasser der Dachflächen von Laube und Schuppen wird für die Bewässerung des Gemüses gesammelt

 

 

Wasser für's Gemüse_12

 

Damit war die Frage nach der Herkunft des Wassers schon mal geklärt – und Regenwasser hat ja gegenüber Leitungs- und Brunnenwasser noch den Vorteil, dass es weniger kalkhaltig ist und bei oberirdischer Speicherung auch noch wohltemperiert zur Verfügung steht.

Um unseren grünen Freunden das Wasser also auf Körpertemperatur zukommen lassen zu können, liehen wir uns einen Bulli aus und karrten zwei gesäuberte IBC-Tanks in unseren Garten, die nun Platz für 2000 Liter Regenwasser bieten.

 

Wasser für's Gemüse_06Die IBC-Tanks stehen gut versteckt in der hintersten Gartenecke

 

Als sparsame und indirekt pilzhemmende Bewässerungstechnik war die Tropfbewässerung die Methode unserer Wahl. Da die meisten Systeme für den normalen Wasserdruck aus der Leitung ausgelegt sind, kamen sie für uns nicht in Frage – denn die Idee, die Speichertanks auf dreißig Meter hohe Sockel zu stellen (um den notwendigen Druck zu erzeugen), wurde nach langen Diskussionen und gründlicher Überlegung doch wieder verworfen… 😉

 

Wasser für's Gemüse_11

 

 

Wasser für's Gemüse_08Auf diesem Bild aus dem Mai kann man die Tropfschläuche auf den Beeten noch gut erkennen

 

Es gibt aber eben auch Bewässerungssysteme bzw. entsprechende Tropfschläuche, die mit verschwindend geringem Druck auskommen. Ein solches Set (Tropfschläuche, Wasserfilter und Zuleitungsrohr) haben wir gekauft. Laut Hersteller soll das Wasser mindestens 1,5 Meter erhöht stehen. Wie sich herausstellte, funktioniert die Bewässerung bei uns auch mit einer Wassersäule von nur etwa sechzig Zentimetern einwandfrei. Denn die Leitung von den Wassertanks zu den Tropfschläuchen hat bei uns einen erheblich größeren Durchmesser und verursacht somit deutlich weniger Reibung also auch weniger Druckverlust, als das mitgelieferte Rohr.

 

Wasser für's Gemüse_01Jetzt sind die Tropfschläuche im Beet kaum zu sehen…

 

 

Wasser für's Gemüse_02…nur bei genauerem Hinsehen 

 

 

Wasser für's Gemüse_10Die Tropfschläuche liegen in regelmäßigem Abstand auf den Beeten

 

Mithilfe einer automatischen Bewässerungsuhr, die zwar nicht ganz ohne elektrischen Strom auskommt, sich aber über eine ganze Gartensaison hinweg mit nur einem Satz Akkus begnügt, wurde das Bewässerungssystem dann vervollkommnet und startet nun ohne nennenswerte Wartung oder gar Reparaturen in die dritte Saison!

 

Wasser für's GemüseIm Verteilerhäuschen am Gemüsebeet ist die Bewässerungsuhr versteckt

 

 

Skizze1Funktionsskizze des Bewässerungssystems

 

 

Wasser für's Gemüse_09Auf den Tropfschläuchen kann auch gemulcht werden – sehr wichtig für den Biogarten!

 

Entsprechend des Wasserbedarfes von Mischkulturbeeten im Freiland (ca. 26 l/m² in der Woche), gäbe es also regelmäßig Lebenselixier für die Pflanzen, auch wenn die Sonne endlich den Siebenschläferfluch Lügen strafen und die Regenwolken wieder häufiger  verdrängen würde.

Dank einiger junger Obstgehölze und Beerensträucher außerhalb der bewässerten Beetfläche, kann auch weiterhin das stilechte gießen mit Strohhut und Gießkanne zelebriert und genossen werden.


 

14 Comments

  • Chris 11. April 2017 at 21:01

    Liebe Frau Meise, ich erfreue mich sehr an Deinen Blog, da wir seit kurzem selbst einen Schrebergarten haben. Die Bilder sind toll, die Geschichten und Erklärungen interessant. Und immer wieder sehe ich Euren Holzzaun mit Drahtgeflecht und den Töpfen drauf. Der ist wirklich schön anzuschauen! Könntet ihr uns freundlicherweise verraten, wo ihr den gekauft habt? Viele Grüße, Chris

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    • fraumeise 11. April 2017 at 21:14

      Lieber Chris,
      mich freut es sehr, dass dir mein Blog gefällt! Vielen Dank für den tollen Kommentar 🙂
      Ich habe den Zaun Online erstanden und muss mal nachsehen, ob ich die Adresse noch wieder finde. Es ist schon lange her…
      Ich schicke dir den Link per Mail, falls ich ihn finde!
      Viele Grüße,
      Marie

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      • Chris 12. April 2017 at 18:07

        Vielen Dank! Freue mich schon auf weitere Neuigkeiten aus Eurem Garten. Und – mit Verlaub 😊 – noch eine Frage: welche Pflanzen nutzt ihr für die Beeteinfassung? Habt ihr da Buchsbaum angepflanzt? Ist toll gewachsen, was bei Buchsbaum ja auch etwas dauert… 👍🏻Regnerische Grüße und ein schönes Osterfest – vielleicht ja im Garten, Chris

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        • fraumeise 18. April 2017 at 10:54

          Lieber Chris,
          die Einfassung ist aus winterhartem Bergbohnenkraut. Siehe auch hier: Kräuter im Gemüsebeet
          Bergbohnenkraut kann ich nur empfehlen 🙂
          Viele Grüße!

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  • Martin 16. Dezember 2016 at 9:06

    Hallo FrauMeise,

    welches Fabrikat habt ihr hier verwendet? Ist das die Eigenmarke von H***bach? 😉 Sind die beiden IBC-Container großzügig dimensioniert oder wirklich notwendig für die zu bewässernde Fläche? Bin gerade bei der Planung unseres neuen Gartens incl. 40qm Beet und Hochbeet. Da der Garten in Berlin nicht mal eben mit dem Rad zu erreichen ist, wäre eine Tröpfchenbewässerung eine geeignete Lösung. Danke im Voraus

    Martin

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    • fraumeise 17. Dezember 2016 at 23:09

      Hallo Martin,

      ja, die Art der Bewässerung können wir nur empfehlen! 🙂 Gerade wenn ihr nicht mal eben hinfahren könnt.
      Als Basis haben wir das Kleingarten Kit von Netafim für das Bewässerungssystem gewählt und nach unseren Bedürfnissen ergänzt, teilweise auch mit Verbindungsstücken vom besagten Baumarkt 😉
      In längeren Trockenperioden hat das Wasser der beiden Tanks für gut 20m² teilweise nicht ausgereicht und wir mussten sie mit Leitungswasser auffüllen… Ansonsten klappt es mit der Wassermenge sehr gut!

      Viel Spaß und Erfolg mit dem neuen Garten!
      Marie

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  • Pim 12. September 2016 at 14:01

    In der Zeichnung sieht es so aus alsob das stück Leitung das unter dem Weg liegt tiefer liegt als das auf den Beeten. Macht ja auch sinn, aber macht das keine Probleme? Das wasser muss dann wieder hoch kommen, oder ist der 60 cm die abstand van IBC-Anschluss bis zum Beet?

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    • fraumeise 13. September 2016 at 13:51

      Hey Pim,
      ja, die Zuleitungen unter den Wegen liegen tiefer als die Tropfschläuche auf den Beeten.
      Der Wasserdruck, der durch die 60 cm höheren IBC-Tanks entsteht, reicht aus, um das Wasser über die tiefer liegenden Zuleitungen auf die Beete zu befördern.
      Das Wasser steht während der Saison in den tieferen Zuleitungen und muss im Winter „herausgeblasen“ werden, damit die Leitungen bei Frost nicht kaputt frieren.

      Melde dich gerne wenn du noch Fragen dazu hast!

      Liebe Grüße,
      Marie

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      • Martin 28. März 2017 at 11:21

        Hallo Marie,

        wie tief habt ihr die Zuleitungen denn vergraben? wären 20 cm ausreichend? Die frostfreie Variante von min. 60cm ist dann doch zuviel aufwand. Plane eine ganz ähnliche Variante, schwarzer IBC steht schon auf nem Palettenpodest (ca 60cm), Weg vom Container bis zum Beet ca 20m, hoffe der Druckverlust ist nicht zu hoch. Aber das probiere ich am besten erstmal bevor ich den Schlauch eingrabe 😉

        Viele Grüße

        Martin

        Reply
        • fraumeise 29. März 2017 at 9:32

          Hallo Martin,
          bei uns sind die Leitungen auch nur ca. Spatentief, das ist ungefähr 20 cm. Allerdings lassen wir im Winter die Tanks komplett leer laufen und blasen die Leitungen frei, damit nichts kaputt friert!
          Das hört sich schon super an bei dir! Da bin ich ja mal gespannt. Vielleicht berichtest du mal?

          Viele Grüße aus Hamburg!
          Marie

          Reply
  • Christa 13. Juli 2016 at 18:37

    Hallo Marie wenn ich die Bilder betrachte dann bekomme ich ein soo schlechtes Gewissen, daß in meinem Garten noch nicht mal die kleinste Zwiebel , oder Möhre heraus guckt. Dein Garten ist eine Augenweide . Die Bilder von dem Gemüse Garten müßten doch jeden inspirieren auch so schöne Beete anzulegen .und wie gesund ,das kommt ja noch hinzu. Mit welchen Geschützen fährst du bei den Nacktschnecken auf . Mein Nachbar hat in einer Nacht 150 Stück zwischen dem Gemüse , heraus geholt . ? Meine Stauden sind leider auch angefressen . Vielleicht sind Laufenten eine gute Alternative , ich weiß aber nicht ob man die in den Kleingärten halten darf . Aber die Hamburger sind nicht so stur , wie die Niedersachsen . Das Bewässerungssystem von Herrn Meise ist s u p e r

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    • fraumeise 18. Juli 2016 at 10:17

      Danke für deinen lieben Kommentar!
      Ach, das mit dem Anbauen ist auch einiges an Arbeit, was zeitlich nicht immer zu schaffen ist!
      Man sollte seinen Garten ja auch genießen können und es sollte nicht in Stress ausarten, weil man sich zu viel vorgenommen hat! Das muss auch jeder für sich selbst entscheiden 🙂
      Ja, die Schnecken nehmen überhand dieses Jahr! So viele hatte ich bisher noch nie und ich hatte sonst auch keine Probleme mit ihnen im Garten… Ich habe noch keine gute Lösung gefunden. Leider dürfen Tiere, mit Ausnahme von Bienen, auch in Hamburg nicht im Kleingarten gehalten werden, sonst hätte ich schon lange welche bei mir herum laufen 😉

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  • Viki 7. Juli 2016 at 5:25

    Guten morgen,
    Ja also das ist ja mal eine tolle Idee. Vorallem wenn man den Garten nicht direkt am Haus hat.
    Liebe Grüße
    Viki

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    • fraumeise 7. Juli 2016 at 16:24

      Liebe Viki, ja das stimmt! ?
      Und auch sehr praktisch wenn’s in den Urlaub geht! Dann müssen die Nachbarn nicht mehr bemüht werden 😉
      LG

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