unsere Toilette im Schrebergarten

enthält Werbung  In meiner Schrebergartenreihe geht es neben allgemeinen Themen um konkrete kleingartentypische Probleme und Lösungen. Eine der häufigsten Fragen die ich bekomme, ist die nach der Toilette! Das ist eines der Probleme, das alle Schrebergärtner interessiert und verbindet!
Denn Kleingärten sind nicht an das Abwassersystem angeschlossen. Aus diesem Grund sind Spültoiletten wie man sie kennt ohne Abwassertanks o.ä. nicht möglich, weil sie keinen Anschluss an das Abwassersystem haben. Da solche Auffangbehälter oder Sickergruben in fast allen Kleingartengebieten verboten sind, müssen andere Lösungen her. Aber was ist eine gute Lösung?

 

 

 

Für mich ist unser Garten ein Stück Natur inmitten der Stadt, in dem wir nachhaltig, naturnah und biologisch gärtnern und uns dementsprechend verhalten wollen. Lösungen wie Chemietoiletten stehen für mich im totalen Kontrast zu dieser Idee eines natürlichen und nachhaltigen Gärtnerns. Für mich ist es keine gute Methode, alle Fäkalien als eine stinkende Masse in der Toilette zu sammeln und zu versuchen mit Chemie dem Gestank entgegenzuarbeiten (ohne dass es viel hilft)!

Aus diesem Grund haben wir uns für eine Variante der Komposttoilette entschieden: Für die Trenntoilette.

Was eine Trenntoilette ist und wie sie funktioniert möchte ich euch hier vorstellen.

 

 

 

Was ist eine Trenntoilette?

Komposttoiletten sind meist einfache Lösungen bestehend aus einer Kiste mit einem Loch und einem Toilettensitz,darunter ein Eimer, in dem alle Hinterlassenschaften aufgefangen und mit feuchtigkeitsbindendem Material, wie z.B. Sägespänen, gemischt werden. Ist der Eimer voll, wird der Inhalt kompostiert.
Das stellt man sich zunächst ziemlich primitiv vor, aber es ein absolut natürlicher und sauberer Umgang mit unseren Hinterlassenschaften, die wir so in den Kreislauf zurückgeben.

Noch besser funktioniert die Trockentoilette: im Gegensatz zur Komposttoilette wird bei ihr “fest” und “flüssig” getrennt voneinander aufgefangen, ansonsten ist es die gleiche Lösung. Der Vorteil der Trennung von festem und flüssigem Material ist, dass nahezukeine unangenehmen Gerüche entstehen und die Entsorgung ganz unkompliziert und hygienisch ist.

 

 


So funktioniert eine Trenntoilette

Der wichtigste Teil einer Trenntoilette ist der sogenannte Trenneinsatz, der unter dem Toilettensitz auf dem Kasten angebracht wird. Er fängt den Urin auf und leitet ihn in einen Kanister im Kasten. Dieser Kanister kann verschlossen und ganz einfach zur Entsorgung transportiert werden.
Das Feste landet in einem großen Eimer, der ebenfalls unter dem Trenneinsatz hinten im Kasten steht undin dem sichhäufig noch eine Tüte aus dickem Papier, anderem kompostierbarem Material oder Kunststoff befindet. Nach jedem Toilettengang werden die festen Stoffe im Eimer mit Sägespänen o.ä. bedeckt. Die Sägespäne nehmen noch Feuchtigkeit auf und mindern zusätzlich die Geruchsbildung. Die Tüte mit Inhalt kann kompostiert oder entsorgt werden, wobei die erste Lösung die natürlichere und nachhaltigere ist.
Eine zusätzliche Abluft sorgt dafür, dass auch die letzten Gerüche verschwinden.

Ansonsten wird die Trockentoilette wie eine ganz normale Spültoilette genutzt, nur dass kein Wasser benötigt wird.

Den Trenneinsatz/Separator hat uns übrigens die Firma Trobolo ausnamensweise als Einzelteil zur Verfügung gestellt. Trobolo bietet tolle und optisch sehr ansprechende Komplettlösungen für Trenntoiletten an. Besucht sie unbedingt mal auf ihrer Website!

 

 

Unsere Trockentoilette

Für unsere Trenntoilette haben wir ein kleines Herzhausen gebaut – einen Anbau mit einer Fläche von gut einem Quadratmeter! Trotzdem ist alles untergebracht, was man so benötigt: Die Toilette, ein Wasserhahn, ein Zinkeimer, der als Waschbecken dient, Stauraum für Toilettenpapier und Reinigungsmittel unter dem Waschbecken und ein klappbarer Behälter für das Streugut!

Die Toilette besteht aus einem Kasten mit einem aufklappbaren Deckel und einem Toilettensitz aus Holz. Unter dem Sitz haben wir den Trenneinsatzauf den Deckel des Kastens geschraubt, so kann er bei hochgeklappter Brille leicht gereinigt werden. Unter dem Separator stehen Kanister und Eimer, in dem sich eine feste Papiertüte befindet. Ganz unten sorgt eine ordentliche Schicht aus Sägespänen dafür, dass anfallende Feuchtigkeit aufgesogen wird. Schichtweise werden die festen Stoffe immer wieder von Streugut bedeckt, was auch für eine ansprechendere Optik sorgt! 😉

Zusätzlich zur Einstreu sorgt ein kleiner Lüfter, der die Luft aus dem Kasten durch ein Rohr an der Außenseite nach oben abführt, für die letzte Geruchsminimierung.

 

 

 

 

Was tun mit dem Inhalt?

Wir haben uns dafür entschieden, die Fäkalien und den Urin auf natürlichem Weg zu entsorgen. Das schwarze Material kompostieren wir in einem Thermokomposter. Da in ihm höhere Temperaturen entstehen, werden gefährliche Keime abgetötet. Das kompostierte Material nutzen wir allerdings nicht für die Gemüse- und Obstpflanzen, sondern werden nur Zierpflanzen damit düngen.

Wer die Fäkalien nicht kompostieren möchte, hat die Möglichkeit sie im Restmüll zu entsorgen, schließlich ist es vom Prinzip nichts Anderes als das Entsorgen von Hundekot oder Babywindeln. Viele Kleingärten haben ein Abkipphaus, in dem der Inhalt von Chemietoiletten entsorgt werden kann. Das ist nur für den Urin möglich, ob auch für den Inhalt einer Komposttoilette, weiß ich leider nicht.

Kürzlich habe ich vom sogenannten “Goldwasser” gelesen, ein Dünger aus Urin und Wasser, der sehr wirksam sein soll. Ich weiß nicht, ob ich mich da heranwagen würde – wenn dann wohl auch nicht unbedingt für das Obst und Gemüse…

 

 

Für uns ist die Trenntoilette eine perfekte Lösung, denn Sie ist nachhaltig und ressourcenschonend. Eine angenehme und geruchsneutrale Toilette nicht nur für den Schrebergarten!

 

11 Comments

  • Jürgen 16. Oktober 2019 at 18:39

    Hallo Marie,

    ich habe seit Jahren in meinem Garten eine solche Trenntoilette, kompostiere die festen Bestandteile unserer Ausscheidungen mit den sonstigen organischen Resten des Gartens und nutze die flüssigen – nach einer gewissen „Vergärungszeit“ – 10%ig (mit Wasser verdünnt) als Dünger für meine Nutzpflanzen.

    „Gefährliche Keime“ gibt es heute so gut wie nicht mehr (sie bestehen aus den Vermehrungsstadien gefährlicher Krankheiten, die mit dem Kot ausgeschieden werden – früher vor allem verschiedene Wurmarten und sonstige Darmparasiten); deshalb besteht heutzutage kaum eine Gefahr, wenn man den Kompost als Dünger auch für Gemüse nutzt.

    Der Urin enthält sowieso keine „Keime“ und ist deshalb noch unbedenklicher zur Düngung zu nutzen.

    Außerdem kippt man den Dünger ja niemals auf die sich bildenden Früchte, sondern gibt ihn nur an die Wurzeln – und das oft noch vor der Aussaat oder Pflanzung.

    Nur, wenn man bestimmte Medikamente benutzt, sollte man mit dem Dünger womöglich nur die Zierpflanzen beglücken.

    Liebe Grüße
    Jürgen

    Reply
  • Steffen 28. Juli 2019 at 23:57

    Hallo Marie,kannst Du mir bitte sagen, was ihr für einen Trenneinsatz habt?Lieben Dank und schöne Grüße von Steffen

    Reply
    • Frau Meise 29. Juli 2019 at 8:20

      Hallo Steffen, der Trenneinsatz wurde uns von trobolo zur Verfügung gestellt, steht auch im Text 😉
      Trobolo verkauft den Einsatz aber eigentlich nicht einzeln…
      Viele Grüße, Marie

      Reply
  • Steffi 13. Juli 2019 at 22:50

    Wie schön das aussieht. Hast du eine konkrete Anleitung bzw Einkaufsliste? Ich würde das genauso gerne nachbauen :))
    LG Steffi

    Reply
    • Frau Meise 18. Juli 2019 at 6:50

      Liebe Steffi, nein die gibt es leider nicht! Ist vielleicht mal ein weiteren Beitrag wert 😉
      LG Marie

      Reply
      • Steffi 26. Juli 2019 at 7:33

        Mir würde schon reichen wenn du mir die Holzkonstruktion um die Toilette herum erklärst? Ist das eine fertige Kiste oder alles selbst gebaut? Welches Holz? Das wäre total lieb. Grüße

        Reply
  • Lydia 22. April 2019 at 19:13

    Das ist ein sehr interessanter Beitrag. Und schick sieht euer „Herzhäuschen“ auch noch aus.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden
    Lydia

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  • Debo 15. April 2019 at 16:01

    Hej Marie,

    das sieht ja schick aus bei euch! Und witzig: Wir benutzen dasselbe Prinzip und sind sehr happy damit, kein Geruch, kein Problem…! Gut zu sehen, dass wir damit nicht allein sind – unsere Nachbarn sind eher von der Chemie-Fraktion, bzw. haben einfach jahrelang alles in den Untiefen unter ihrer Hütte versickern lassen…

    Reply
  • Björn 15. April 2019 at 11:10

    Hallo Marie,
    ich habe mir im letzten Jahr eine Toilette gebaut. Ich habe mich nach langem überlegen für die sog. “Erdmethode” entschieden. Die Fäkalien werden dabei nach dem “Geschäft” mit Erde bedeckt. Das bindet die Flüssigkeit und auch den Geruch. Nach einer Gartensaison tausche ich dann im Prinzip den Klobehälter aus (besteht aus einem Mörtelkübel). Der wirde dann lichtdicht verschlossen, ein Jahr im Schatten stehengelassen und dann kann man das als Düber verwenden. Die Trenntoilette war auch ein heißer Kandidat. Allerdings habe ich mich dann aus kostengründen dagegen entschieden.
    Beste Grüße
    Björn

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  • Andrea Gerstenberger 14. April 2019 at 20:26

    Herzlichen Dank für diesen anschaulichen und informativen Bericht. Was alles möglich ist war mir gar nicht so klar.

    Reply
  • Karen Heyer 14. April 2019 at 0:16

    Ganz tolle Sache und sieht bei Euch auch noch attraktiv aus! Habe ich da was überlesen und ihr nutzt den Urin nicht verdünnt als Dünger? Wir hatten in den 70gern ein richtiges Plumpsklo im Schrebergarten, leider ohne Zusatznutzung.
    Liebe Grüße
    Karen

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