komm‘ in den garten!

Überall heißt es, Gärtnern in der Stadt boomt, die Menschen wollen „zurück“  zur Natur und zahlreiche Gartenprojekte würden buchstäblich aus der Erde sprießen. Bewusster zu leben und sich gesünder zu ernähren wird für viele immer wichtiger. Man will jetzt wissen was man isst und wissen wo die Lebensmittel herkommen, am besten den Erzeuger kennen oder sein Gemüse und Obst selbst anbauen – und mir geht es da genau so!
Auch der Schrebergarten hat sein „Spießerimage“ (fast) loswerden können und die Städter zieht es wieder zahlreicher auf die Parzellen…

 

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Warum sehe ich trotzdem so wenig junge Leute in den Gärten? Unsere Schrebergartenkolonie liegt nur wenige Kilometer von Hamburgs Innenstadt, perfekt mit dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmittel erreichbar. Und auch hier sind kaum junge Gärtner zu finden.

Dabei erfreut sich die neue Lust am Gärtnern in der Stadt, ob Urban Gardening, Gemeinschaftsgärten, Guerilla Gardening, mobile Landwirtschaft und City Farming, immer mehr an Beliebtheit!

Vielleicht hat der Schrebergarten aber sein Spießerimage doch noch nicht vollständig abgeworfen? Oder ist Guerilla Gardening & Co. doch beliebter, weil hipper? Der Schritt zum Schrebergärtner scheint für die meisten doch einer zu viel zu sein.
Ich habe mir jedenfalls vorgenommen mit diesem Beitrag, mehr Lust aufs Schrebergärtnern zu machen und den Kleingarten ein wenig ins bessere Licht zu rücken!

 

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Land in der Stadt

Für alle Städter, denen eine handtuchgroße Fläche mitten im Getümmel in öffentlichen Parks oder der spärliche Platz auf dem Balkon (wenn man einen hat!), nicht ausreichen, ist der Kleingarten die perfekte Lösung!
Alltagsstressgeplagte Großstädter können auf dem eigenen Flecken Grün abschalten und die Seele baumeln lassen – sofern sie gerne gärtnern und die Gartenarbeit nicht als zusätzlichen Stress empfinden!

 

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Viele Gartenkolonien liegen oft mitten in der Stadt oder sind zumindest sehr gut mit Fahrrad, Bus oder Bahn zu erreichen.  Die Jahrespacht für eine Parzelle ist, gemessen an der Monatsmiete einer Wohnung in Hamburg, geradezu lächerlich gering für das eigene grüne Paradies.
Im Garten ist man immer in Bewegung und praktisch in der Natur – die Kolonien sind oft so groß, dass man von der Stadt nichts mehr mitbekommt. Eigenes Obst und Gemüse ist super gesund und schmeckt deutlich besser als gekauftes, weil man es selbst angebaut hat!

Nur in sehr beliebten Vereinen – aufgrund der Lage oder Besonderheiten, wie z.B. Bademöglichkeiten in der Nähe – gibt es lange Wartelisten. Wenn man aber kleine Kompromisse eingehen kann und nicht einen Tiptop-Zustand der Parzelle erwartet, kommt man gerade als junge Familie sehr gut an einen Garten. Denn Kinder sind sehr willkommen und erwünscht!

 

Mein Parzellenglück

 

Draußen zu sein und die Natur zu erleben, einfach mal barfuß über den taunassen Rasen zu laufen oder, vom Hamburger Schietwetter geplagt, im Herbst Blätter zu harken, gibt mir neben dem hektischen Stadtalltag Ruhe und Entspannung – und das praktisch mitten in der Stadt.

 

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Jedes mal, wenn ich am Wochenende oder nach der Arbeit in den Garten fahre, schalte ich ab, wenn ich durch die Gartenpforte gegangen bin. Beruflicher Stress und Sorgen sind dann weit weg und die Zeit im Grünen fühlt sich wie Urlaub an.

 

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Insbesondere im Gemüsegarten zu erleben, dass all die Arbeit, die man investiert, sofort sichtbar wird und mit schmackhaften Köstlichkeiten belohnt wird, macht großen Spaß!
Gleichzeitig liebe ich auch das Stadtleben und genieße es, mit meinem Kleingarten beides vereinen zu können.

 

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All meine Vorstellungen von einem biologischen, nachhaltigen und naturnahen Garten kann ich hier in die Tat umsetzen. So habe ich zusammen mit Herrn Meise bereits viele Projekte realisiert die uns wichtig sind und die ich nach und nach hier vorstellen möchte oder die ich bereits vorgestellt habe (wie z.B. das Tomatenhaus ).

 

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Der Bauerngarten, in dem das Gemüse in Mischkultur angebaut wird und die kleine Obstwiese mit Baum- und Beerenobst, trägt zu unserem Obst- und Gemüsebedarf bei und das sogar den Winter hindurch (s. auch Beitrag Krauses Grün).
Über das automatische und pumpenlose Bewässerungssystem mit Regenwasser werden Gemüsebeet und das Tomatenhaus mit Wasser versorgt. So habe ich keine Arbeit mehr mit dem Gießen und das Regenwasser als wertvolle Ressource wird genutzt.
Die neu angelegte Blumenwiese soll Bienen und Schmetterlinge versorgen, damit möglichst viele Blüten in unserem Garten bestäubt werden.

 

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Komm‘ in den Garten!

Wenn auch ihr euer Parzellenglück in der Stadt finden wollt, habe ich noch ein paar Tipps für euch:
Sucht euch eine Kolonie in der Nähe aus, sie sollte möglichst mit dem Fahrrad zu erreichen sein, sonst fährt man nicht so häufig in den Garten und kann ihn so weniger genießen.
Überlegt euch vorher, wie viel Arbeit ihr investieren könnt und wollt. Sucht euch die Grundstücksgröße nach euren Vorhaben und Zielen aus. Soll es einen Gemüsegarten und Blumenbeete geben oder reicht ein kleines Stück Rasen um den Garten genießen zu können?
Erkundigt euch bei Freunden oder Bekannten, die evtl. schon Kleingartenbesitzer sind, nach der Kolonie und dem Verein und sucht dann aus, ob dieser zu euch passt!

 

Schrebergarten

 

Seid ihr noch auf der Suche nach eurem Parzellenglück oder habt ihr es schon gefunden?


 

10 Comments

  • Frau Katze 18. März 2017 at 7:31

    Liebe Marie,

    habe dich gerade bei Instagram entdeckt und verschlinge nun, noch im Bett liegend, deinen Blog, bevor es dann gleich in unseren Schrebergarten geht, den wir seit September unser eigen nennen dürfen!! Wir sind unglaublich gespannt auf die erste richtige Gartensaison…
    Gerade in Hannover Linden gibt es auch sehr viele junge Pärchen, mit und ohne Kinder, die eine Parzelle besitzen. Die Nachfrage ist immens. Die Wartelisten sind lang. Wir hatten wirklich Glück, dass wir so schnell einen schönen Garten in der Nähe gefunden haben.

    Ich freue mich auf die weiteren Blogeinträge!
    Ihr habt da wirklich ein tolles Fleckchen!
    Viel Spaß weiterhin!!
    Liebe Grüße
    Katharina

    Reply
    • fraumeise 18. März 2017 at 21:37

      Liebe Katharina, wie sehr ich mich über deinen Kommentar freue! 🙂 ich habe bei Instagram schon ein bisschen gesehen von eurem Garten 😉 ! Schön, dass es auch einige Gleichgesinnte gibt. Einen tollen Start in die Gartensaison wünsche ich!
      Liebe Grüße,
      Marie

      Reply
  • Constanze 7. März 2017 at 8:00

    Mein Kommentar kommt ein wenig spät, aber auch mir ist aufgefallen, dass der Altersdurchschnitt in den KGVs doch recht hoch ist. Das könnte einerseits damit zu tun haben, dass es tatsächlich häufig noch sehr spießig und oberakkurat zugeht, andererseits ist der Arbeitsaufwand für viele sicher einfach eine zu große Hürde. Ich gebe zu, dass ich das auch unterschätzt habe.

    Zu den Hauptzeiten im Frühling und Herbst muss man wirklich jede freie Minute opfern, damit der Garten in einem Zustand bleibt, der nicht zu Rügen und Abmahnungen führt (damit sind wir dann wieder beim ersten Punkt).

    Trotz der vielen Arbeit (und auch schon vielen Ärgers) liebe ich meinen Garten und empfinde es als ein ganz großes Stück Lebensqualität. Mein Verhältnis zu Lebensmitteln ist seitdem auch ein ganz anderes. Wenn man mal erlebt hat, wie lange Möhren brauchen, bis man sie ernten kann, der wird wohl nie wieder eine achtlos wegwerfen :).

    Liebe, grüne Grüße nach Hamburg aus Leipzig
    Constanze

    Reply
    • fraumeise 7. März 2017 at 11:11

      Liebe Constanze,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, die Kleingartenvereine müssen sich zu mehr Entspanntheit bewegen, sonst kann und will keiner mehr das leisten, was gefordert wird. Es muss zwangsläufig Nachwuchs her und junge Leute und Familien kann man nicht mehr mit festgefahrenen Regeln und Abmahnungen locken…
      Aber schön, dass du trotzdem so viel Freude an deinem Garten hast! 🙂

      Schöne Grüße nach Leipzig!

      Reply
  • Christa 26. Mai 2016 at 9:09

    Was für ein toller Beitrag , Marie , mir geht mein Herz auf . Das Kleingarten leben war in der Zeit ( 1. Bild ) in unserer Familie sehr ausgeprägt , wie du ja siehst. Dein Urgroßvater war auch ein super toller Gärtner. Sämtliche Gemüsesorten wurden geerntet und es wurden in einem Riesen Topf Einmachgläser , so sagte man , mit allen Obstsorten die natürlich aus dem Garten kamen für den Winter eingekocht . Die Stangen und die Buschbohnen wurden in Dosen gefüllt und zu einem bestimmten Laden gebracht und dort wurden sie zu geschweißt . So war die Zeit bis zur neuen Ernte , gesichert. In der heutigen Zeit ist dieser Aufwand nicht mehr denkbar . Aber Garten und Gartenleben , mag es noch so spießig klingen , gehört einfach zu unserem Leben ….und ich mag gern zu den Kleingärtner , Laubenpieper, und Spießern , gehören.! ,

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    • fraumeise 26. Mai 2016 at 14:32

      Vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar! So kann man sich ein wenig vorstellen, wie wichtig der Kleingarten damals auch für die Versorgung der Familie war! Und auf dem Bild sieht man, was für schöne Momente ihr neben der all Arbeit hattet!
      Das Einmachen ist heute ja eher ein Hobby, das mit dem selbst angebauten Obst und Gemüse großen Spaß macht 🙂
      Die allerliebsten Grüße an dich!

      Reply
  • gartenfamilie 25. Mai 2016 at 16:30

    Wir haben seit dem letzten Herbst einen Schrebergarten. Genau so wie du schreibst ist es. Sobald ich die Gartenpforte durchschreite bin ich entspannt, ja bisher hatten wir sehr viel Arbeit, aber auch schon die ersten leckeren Erfolge (Spinat, Radieschen und Salat). Ich kann es wirklich nur empfehlen. Wir als kleine Familie sind herzlich willkommen.

    Reply
    • fraumeise 26. Mai 2016 at 14:23

      Liebe Jette,
      das hört sich ja toll an! Gerade mit Kindern ist ein Kleingarten doch die beste Lösung in der Stadt!
      Liebe Grüße aus dem Grünen!

      Reply
  • Frau Jule 23. Mai 2016 at 19:30

    wenn das so weitergeht, habe ich bald einen…. danke für diesen beitrag aus meiner lieblingsstadt!
    liebe grüße,
    jule*

    Reply
    • fraumeise 24. Mai 2016 at 7:27

      Liebe Jule,
      super, das freut mich! Es macht wirklich Spaß, das Gärtnern in unserer Lieblingsstadt 🙂
      Liebe Grüße,
      Marie

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