haltbarmachen

Im September reift bei mir im Garten besonders viel, teilweise zu viel auf einmal sodass wir es  nicht schaffen, alles sofort zu essen. Zum Glück gibt es verschiedenste Möglichkeiten das leckere und selbst gezogene Gemüse und Obst haltbar zu machen um es sich mit in den Winter zu nehmen.

 

 

Und das ist gar nicht schwer! Neben dem Klassiker dem Einmachen (Marmeladen, Chutneys, etc.) gibt es viele Varianten des Haltbarmachens:
Einkochen, Einlegen in Essig, Öl oder Fett und Alkohol, Trocknen, milchsauer Einlegen, Einsalzen, Einfrieren, zu Paste verarbeiten und sogar Räuchern und Kandieren.

Die wichtigsten Utensilien, die ihr für das Einmachen benötigt, sind natürlich Gläser – als Weckgläser oder mit Schraubverschluss (Twist-Off-Deckel) – und Flaschen, einen großen Topf, eine Schöpfkelle, einen Trichter für Flaschen und einen Einfülltrichter mit großer Öffnung für Gläser. Das reicht meist schon aus.

Oberstes Gebot ist bei allen Methoden des Haltbarmachens die Einhaltung der Hygiene und Sauberkeit sowie der Zutaten und Kochzeiten damit es gelingt.

 

Das Sterilisieren

 

Die mir liebste – weil sehr einfache – Methode ist das Sterilisieren im Ofen. Sie ist auch besonders gut für große Gläser geeignet.
Gläser oder Flaschen und Deckel vor dem Sterilisieren mit heißem Seifenwasser auswaschen. Die Gläser dürfen keine Sprünge oder abgeplatzte Stellen haben.
Den Ofen auf 160° vorheizen. Die Gläser auf ein mit Backpapier ausgelegte Blech stellen und für 10 Minuten in den Ofen stellen. Etwas abkühlen lassen und mit dem heißen Einmachgut füllen.
Bei Weckgläsern können die Glasdeckel im Ofen mit sterilisiert werden, die Gummiringe und Schraubdeckel jedoch nicht! Sie werden für ein paar Sekunden in sprudelnd kochendes Wasser getaucht und anschließend auf ein Küchentuch zum abtropfen gelegt. So mache ich es auch mit allen Utensilien, die während des Abfüllens mit dem Einmachgut in Berührung kommen.

Bei der Wahl der Einmachmethode überlege ich mir meist: wie mag ich das jeweilige Obst oder Gemüse am liebsten? passt für mich eher die sauer eingelegte oder die gegrillte Zucchini? Mit 20 Gläsern ungewöhnlichem Chutney kann ich letztendlich wenig anfangen, wenn ich sie nicht verschenken möchte und ich normalerweise max. 3 davon essen würde. Und das Wegschmeißen ist dann sehr traurig (die Erfahrung habe ich auch schon gemacht)…

 

 

 

 

Nachfolgend möchte ich euch ein paar einfache Möglichkeiten vorstellen, wie ihr euer Obst und Gemüse haltbar machen könnt.

 

Konfitüren, Chutneys, Fruchtmus etc.

 

Ob süß, sauer oder pikant – die Methode ist gleich: Das Obst oder Gemüse wird mit Zucker, bei Ketchup und Chutneys auch mit Essig und Gewürzen aufgekocht und heiß in die sterilisierten Gläser gefüllt. Zucker und/oder Essig sind die Haltbarmacher der Köstlichkeiten im Glas. Sie halten sich, je nach Zutaten und Zubereitung bis zu 2 Jahre.
Ein leckeres und sehr einfaches Rezept für eine Himbeermarmelade mit Zitronenthymian findet ihr hier: Sommer im Glas.
Und ganz neu auf dem Blog ist das Rezept für eine süße Tomatenkonfitüre!

 

 

 

Sirup

 

Ich liebe Sirup! Man kann alle Obst- und Beerensorten, Kräuter und sogar Gemüse zu Sirup verarbeiten! Das Beste ist Holunderblütensirup, der mich an unendlich lange Sommerferien erinnert :-). Der Saft oder Auszug der Zutaten wird mit Zucker zu Sirup gekocht und heiß in sterilisierte Flaschen gefüllt. Auch Sirup hält sich bei richtiger Handhabe bis zu 2 Jahre.
Ein tolles Beispiel für ein Sirup aus Gemüse ist mein Gurken-Limetten-Minze-Sirup. Auch eine super leckere Erfrischung – besonders im Sommer –  ist Kräutersirup, wie mein Erdbeerminze-Sirup!

 

 

 

Einkochen

 

Das Einkochen ist eine sehr gute Möglichkeit Obst und Gemüse auch ohne oder weniger Haltbarmacher wie Zucker, Salz, Essig oder Öl für den Winter zu bewahren. Die einfachste Methode ist das Einkochen im Einkochautomaten. Als ich noch keinen Einkochautomaten hatte, habe ich einige Male im Backofen eingekocht, kann die Methode aber nicht weiterempfehlen. Die Gummiringe der Gläser leiden zu sehr unter der direkten Hitze im Ofen. Wenn viel eingekocht wird, lohnt sich die Anschaffung. Wir nutzen unseren Einkochautomaten beispielsweise auch zum Bierbrauen, es lohnt sich für uns also. 🙂
Ich koche sehr gerne einen Teil meiner Tomatenernte pur ohne weitere Zutaten als Püree ein, dann habe ich immer (frische) Tomaten für Saucen oder Suppen parat!

 

 

 

Einlegen in Öl

 

Öl an sich konserviert nicht, aber es versiegelt die eingelegte Zutat luftdicht und schützt sie so vor dem Verderb. Das bedeutet, dass die Zutaten für das Einlegen in Öl durch Kochen, einsalzen oder marinieren in Essig vorbehandelt werden müssen. Sehr lecker ist gegrilltes Gemüse das mit Kräutern und Knoblauch in Öl eingelegt wird. So mache ich es gerne mit Zucchini, wenn mal wieder viel zu viele auf einmal reifen.

 

 

 

Trocknen

Obst und Gemüse lässt sich auch sehr einfach trocknen. Gemüse und Kräuter können z.B. gleich in Mischungen für bestimmte Gerichte getrocknet werden. Getrocknetes Obst ist sehr lecker und ein toller Snack für zwischendurch!
Ich habe mir einen Dörrautomaten schenken lassen in dem sich alles trocknen lässt, was zur Ernte anfällt. Ich liebe selbst gemachte Apfelchips, die es schon zuhause in meiner Kindheit gab. In diesem Beitrag gibt es auch ein kleines Rezept für Apfelchips: herbstlich.

 

 

Milchsäuregärung

 

Milchsäuregärung ist eine Art der Fermentation. Dies ist eine der ältesten Methoden des Haltbarmachens und hat gerade in letzter Zeit ein großes comeback erlebt. Fermentierte Lebensmittel sind beispielsweise Käse, Joghurt, Bier und natürlich Sauerkraut, das durch die Milchsäuregärung entsteht. Letztes Jahr habe ich das erste Mal eigenes Sauerkraut aus meinem Rotkohl gemacht und war begeistert! Das wird dieses Jahr wiederholt!
Wasser und Salz reichen den Milchsäurebakterien schon aus um Gemüse fast ohne Energie haltbar zu machen. Der Prozess ist etwas komplizierter als die oben vorgestellten Methoden, aber wer sich genau an die Anleitungen hält, bekommt auch die Milchsäuregärung hin! Auch eingelegte Gurken entstehen durch Milchsäuregärung.

 

 

Was macht ihr am liebsten ein und was ist euer Lieblingsrezept?

 

11 Comments

  • Garten Fräulein 20. September 2017 at 8:38

    Dein Beitrag passt ja perfekt zu meiner aktuellen Lektüre von Alys Fowler. Gestern Abend habe ich erst wieder darin geblättert – besonders Lust hätte ich mal, das Fruchtleder auszuprobieren…hast du das schonmal gemacht?

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    • Frau Meise 20. September 2017 at 9:37

      Liebe Silvi,
      Das habe ich noch nicht ausprobiert, will ich aber auch mal machen! Das wäre ein perfekter Snack für eine Weitwanderung… 😊
      Liebe Grüße nach Würzburg! 💚

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  • Ye Olde Kitchen 18. September 2017 at 14:24

    Liebe Marie,
    ein toller Beitrag zum Thema und uns mit das Liebste, was Gärtnern so mit sich bringt. Man muss da ganz schön kreativ werden und auf verschiedenste Art haltbar machen. Wir haben immer noch Essiggurken von einem Einkoch-Marathon im Jahr 2014. Die sind noch 1a, aber so viele Gläser der gleichen Sorte kochen wir so schnell nicht mehr ein 😉
    Eines unserer Lieblingsrezepte ist süß-sauer eingelegter Hokkaido https://yeoldekitchen.com/de/blog/hokkaido-suess-sauer/

    Liebe Grüße nach Hamburg
    Eva und Philipp

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    • Frau Meise 19. September 2017 at 9:13

      Ihr Lieben,
      oh, das klingt auch super lecker! Das probiere ich vielleicht mal aus einem meiner Hokkaidos!
      Von den sauren Gurken könnt ihr mir gerne abgeben! 😉
      Viele liebe Grüße in den Süden!
      Marie

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  • Bianca 16. September 2017 at 17:43

    Eine tolle Auswahl. Ich koche am liebsten Birnen ein. Das erinnert mich immer an meine Kindheit, wenn es bei meiner Oma immer selbstgemachtes Birnenkompott gab.
    Viele Grüße Bianca

    http://ladyandmum.blogspot.de

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    • Frau Meise 16. September 2017 at 18:10

      Oh ja, das klingt auch lecker! Bei uns gab es manchmal Schokopudding mit eingemachten Birnen! 😋
      Lieben Gruß!
      Marie

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  • Hauptstadtgarten 16. September 2017 at 9:44

    Liebe Marie,
    ich finde das Schnippeln, Saften, Einkochen, Dörren, etc. fast so toll wie die Gartenarbeit selbst. Meine Lieblinge sind dabei auf jeden Fall Gemüsechips, Chutneys und fermentierte Möhren.
    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Caro

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    • Frau Meise 16. September 2017 at 7:49

      Liebe Caro, das stimmt! Mir macht es auch großen Spaß! Bevor ich einen Garten hatte, wurde unsere kleine Küche in der Wohnung zur Einkochfabrik! Allerdings habe ich damals gefühlt viel mehr eingemacht als jetzt, mit Garten (-arbeit)! 🙂 Aber jetzt im Frühherbst hat man ja wieder mehr Ruhe dafür!
      Liebste Grüße nach Berlin!
      Marie

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    • Frau Meise 16. September 2017 at 7:50

      Fermentierte Möhren hört sich ja auch toll an! Das probiere ich mal aus! 🙂

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  • Wolfgang Nießen 16. September 2017 at 8:53

    Liebe Marie,
    unser Garten wirft nicht so viel ab, als dass wir ans Einkochen denken könnten. Dein Artikel hat mich wieder an meine Großmutter erinnert, die jedes Jahr einkochte und ich weiß noch wie faszinierend ich als Kind immer die Regalwand im Keller mit all den Gläsern und Flaschen betrachtet habe.
    Irgendwann möchte ich das auch mal probieren, einige der Methoden, die Du schilderst kannte ich noch gar nicht. (Ja, wie das geht habe ich mir schon mal angesehen, aber weiter bin ich noch nicht gekommen…) Danke für die Tipps.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    • Frau Meise 16. September 2017 at 10:18

      Lieber Wolfgang,
      Ja, deine Schilderungen erinnern mich auch an meine Großmutter. Vieles ist wohl in Vergessenheit geraten, dadurch dass unsere Eltern nicht mehr aufs selbst Haltbarmachen angewiesen waren.
      Mich freut es sehr, dass dir der Beitrag gefällt! Wenn es Fragen gibt, bitte immer gerne schreiben! 🙂
      Viele liebe Grüße,
      Marie

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